Krypto Steuer: Deutschland, Österreich und EU

Kryptowährungen, kurz Krypto, erfreuen sich großer Beliebtheit als Alternative Anlageform im Vergleich zu Aktien und Immobilien. Es häufen sich die Stories von Menschen die durch einzelne Coin Käufe zu Millionären geworden sind. 

Doch neben der hohen potentiellen Rendite stellt sich immer wieder die Frage: Muss ich auf Kryptogewinne Steuern zahlen?

Die Rechtslage ist durchwachsen, doch in diesem Artikeln klären wir über die aktuelle Situation in Deutschland, Österreich und der restlichen EU auf. Zudem geben wir einen kleinen Ausblick auf die Zukunft und was man tun kann, um Steuern dauerhaft zu sparen. 

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Krypto Steuer –  Alle Fakten

Nachfolgend alle Informationen zu der aktuellen Steuersituation im jeweiligen Land. Diese können sich schnell ändern, jedoch halten wir diesen Artikel immer am neuesten Stand. 

Deutschland

In Deutschland ist es aktuell so, dass alle Gewinne über 600€ im Jahr versteuert werden müssen. Unter diesem Freibetrag ist das nicht der Fall. Etwaige Verlust können natürlich gegen gerechnet werden. Im Vergleich zu Österreich, müssen auch Gewinne im Kryptobereich realisiert werden. Sprich wenn man ETH Gewinne in USDT realisiert, muss dies genauso besteuert werden. In Österreich hingegen, muss man nur Gewinne versteuern, welche gegen FIAT (z.B EURO) realisiert werden. Dazu jedoch gleich mehr. 

Wenn man als Privatperson etwaige Kryptowährungen jedoch länger als ein Jahr hält, unterliegen diese der Spekulationsfrist und man zahlt darauf keine Steuern. 

Bei Unternehmerischen Tätigkeiten fallen jedoch entsprechend Steuern kann. Bei Personengesellschaften die ESt. und bei Kapitalgesellschaften die KöSt. sowie Gewerbesteuer. Dazu fallen unter anderem  Mining oder andere Tätigkeiten, welche nachhaltig beabsichtigen Gewinne zu erzielen. 

Österreich

Die Rechtslage in Österreich ist aktuell soweit, dass es sei dem 01.03.2021 ein Gesetz gibt, welches vorschreibt, dass Kryptowährung unter die Kapitalertragssteuer von 27.5% fallen. Alle Gewinne davor vielen unter die Spekulationsfrist und war nach einem Jahr Steuerfrei. Natürlich kann man seit diesem Gesetz auch die Verlust gegen rechnen und entsprechend die Steuer mindern. 

Fortlaufende Gewinne durch DeFi (Lending, Liquidity Mining…) gelten grundsätzlich die selben Steuersätze. Wie diese jedoch in der Praxis erhoben oder überhaupt nachverfolgt werden können ist fraglich. Immerhin benötigt es kein KYC, um ein Metamask Wallet zu eröffnen und einen Liqudity Pool auf Uniswap zu stellen. Hier befinden wir uns in einem Konflikt zwischen Theorie und praktischer Verfolgbarkeit, den jeder für sich selbst entscheiden muss. 

Man kann etwaige Steuern jedoch relativ leicht umgehen, indem man in Kryptos nicht in FIAT (z.B Euros) umtauscht, sondern einfach gegen Stable Coins wie z.B USDT. Solange man in der Welt der Kryptowährungen bleibt, realisiert man keine Gewinne. 

Zudem hat die österreichische Rechtssprechung sich noch nicht gegenüber NFTs geäußert. Das ist aktuell noch ein großer Graubereich.

 

EU – MiCA

Aktuell werden EU weite regulatorische Maßnahmen unter dem Namen MiCA diskutiert. Diese haben das Ziel einen einheitlichen Rechtsrahmen ohne Lücken bilden. MiCA ist aktuell auf 4 Schwerpunkten aufgebaut:

  1. Schutz der Anleger
    Gewähreistung eines angemessenen Verbraucher- und Anlegerschutzes und Marktintegrität.
  2. Rechtssicherheit
    Schaffung von Rechtssicherheit für Kryptovermögenswerte, die nicht unter die bestehenden EU-Rechtsvorschriften für Finanzdienstleistungen fallen. 
  3. Innovation
    Unterstützung durch die Entwicklung von Kryptoassets und die breite Nutzung von DLT (Distributed Ledger Technology) fördern. 
  4. Stabilität bei Stablecoins
    Finanzielle Stabilitöät mit spezifischen Regeln für sogenannte “Stablecoins”, auch wenn sich um E-Geld handelt.

Der Gründe aus denen die EU überhaupt sich entschieden hat Rechtsstandards zu schaffen sind unter anderem, dass die EBA (European Banking Authority) diese Standards zur Kontrolle benötig. Zudem macht sich die EU Sorgen über Geldwäsche und will AML (Anti Money Laundering) Gesetze einführen. Darüber hinaus fühlt sich die EU und die Leitwährung den EURO durch zahlreiche private Stable Coin Projekte bedroht.

 

In der aktuellen Fassung unterscheidet die EU mit MiCA zwischen verschiedenen Kryptowährungen und wie diese besteuert werden. 

Generell fallen in der Erstfassung einige Punkte auf die äußerst kritisch betrachtet werden sollten:

  • Nationales Recht wird wirkungslos
  • DeFi sollte verboten werden
  • Wallet Adressen müssen zwangsläufig mit KYC eröffnen werden (Paper Wallets, Hardware Wallets etc…)
  • Zentrales Register für NFTs mit jeweiligen KYC des Besitzers
  • Meldung aller Transaktionen an die Behörden 

Steuerfreie Länder

Wenn man sich der Steuern gänzlich entziehen möchte sollte man in Erwägung ziehen in ein Land auszuwandern, welches gänzlich auf die Besteuerung von Kryptowährungen verzichtet. Nachfolgend eine kurze Auflistung aller Lände welche aktuell keine Steuer auf Gewinne durch Kryptos erheben:

  • Vereinigte Arabische Emirate
  • Portugal (das kann sich schnell ändern!)
  • Singapur
  • Malta
  • El Salvador
  • Puerto Rico

Zukunft

Die Zukunft ist aktuell noch ungewiss, doch in Betracht von MiCA wird in Europa ganz stark nach einer zentralistischen Lösung gesucht bzw. daran gearbeitet. Für private Anleger heißt das bei Durchführung komplette Gläsernheit und damit wären Kryptos noch strenger regulierbar als Bargeld.

Wieweit das kommt, werden wir noch sehen, jedoch sind Gedanken an etwaige Auswanderung in oben genannte Länder bei einem gewissen Vermögen in Kryptowährung nicht mehr komplett abwägig. 

Tool [Rechner]

Für all jene die nach einer Softwarelösung zur Versteuerung der Kryptogewinne suchen, empfehlen wir ganz klar Koinly. Diese kostengünstige Dienst ermöglicht das Erfassen aller Gewinne und somit die Erhebung der fälligen Steuer. 

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aktuell gewisse Gesetze bereits in Kraft getreten sind, aber nicht alle Bereich der Kryptowelt klar erfasst und definiert wurden. Zudem gibt es für Anleger große Möglichkeiten diese zu umgehen bzw. legal zu vermeiden. Auch die praktische Verfolgbarkeit der theoretisch geltenden Gesetze ist äußerst zu hinterfragen.

Aktuell sollte man jedoch genau die Gesetzgebung der EU verfolgen, denn diese strebt schon länger nach einer zentralen Lösung. Die Erstfassung enthält in genauer Betrachtung einige Punkte, welche wir persönlich sehr kritisch und für den den Endverbraucher einschränkend betrachten. 

Weiterführende Quellen

Aufgrund der umfangreichen Rechtsauslegung bzw. Fassung haben wir nachfolgend alle weiterführende Quellen zur Selbstrecherche gelistet. Diese Liste wird fortlaufend aktualisiert. Wir sind aber nicht für deren Inhalte verantwortlich.

AT

DE

 

EU

 

Derivate – Staking – Lending – Lagerung

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